1920 entwarf die Künstlerin Helen Fuchs-Gundlach, Mitglied des Clubs in Buffalo, unser Logo. Das Zonta-Zeichen setzt sich aus fünf Symbolen der Sioux-Indianer zusammen mit den Bedeutungen Licht und Inspiration, Zusammenhalt, Freundschaft und Frieden, Obhut und Schutz und, als Anspruch an das eigene Handeln, integer und vertrauenswürdig sein. 


Der Kultur des Schweigens den Boden entziehen

 

Aufruf des Deutschen Frauenrates

zum Internationalen Frauentag 2018

 

 

Der Kampf für ein Leben ohne (sexualisierte) Gewalt zieht sich wie ein roter Faden durch die zweite Frauenbewegung, die vor rund fünfzig Jahren ihren Anfang nahm. Und bis heute führt dieser Kampf Frauenrechtlerinnen und Feministinnen verschiedener Hintergründe, Überzeugungen und Generationen immer wieder zusammen: sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, Vergewaltigung (in der Ehe), sexueller Missbrauch von Kindern, Zwangsprostitution, frauenverachtende Werbung. Diese und andere Gewaltakte an und Erniedrigungen von Frauen wurden in den vergangenen fünfzig Jahren immer wieder aus der gesellschaftlichen Tabuzone ins Licht der Öffentlichkeit geholt.

 

Aktuell ist es die #MeToo-Debatte, die ausgehend vom Sexismus in der Filmbranche das ganze Spektrum männlichen Machtmissbrauchs vor allem am Arbeitsplatz skandalisiert. Bereits Anfang der Neunzigerjahre war sexuelle Belästigung in Arbeitsverhältnissen in der öffentlichen Debatte. Und „Nein heißt Nein“ hieß schon damals die Parole. Es gab Modellprojekte, Beratungs- und Beschwerdestellen und Verhaltenskodexe. Aber irgendwann verschwand das Thema wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein.

 

#MeToo und der vor einigen Jahren ebenfalls sehr laute #Aufschrei sind dank der sozialen Medien hoffentlich nachhaltiger. Denn nicht zuletzt #MeToo ist es gelungen, die Debatte mit einer neuen Vehemenz mitten in die Gesellschaft und auf die internationale Bühne zu katapultieren. Sexismus ist in der öffentlichen politischen Debatte angekommen. Kollektive Empörung über den Missbrauch von Machtstrukturen und Positionen, die Reduzierung von Frauen auf Körper ohne Wille und ihre Instrumentalisierung – das ist eine Chance für das Empowerment von Frauen, für einen nachhaltigen Kulturwandel und nicht zuletzt für eine strengere gesellschaftliche Sanktionierung.

 

„Wir wollen Sexismus bekämpfen“, heißt es im Koalitionsvertrag der neuen Großen Koalition. Gut so. Zu den notwendigen Maßnahmen gehören nicht nur Gesetze, die deutlich die roten Linien für sexualisierte Gewalt ziehen – im Privatleben genauso wie am Arbeitsplatz und im öffentlichen Raum – sondern auch eine konsequentere Strafverfolgung. Ein neuer Nationaler Aktionsplan muss alle Aspekte von sexualisierter Gewalt und Sexismus auf dem Schirm haben. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO erarbeitet aktuell eine neue Konvention, die ArbeitnehmerInnen weltweit besser vor Gewalt und sexuellen Belästigungen am Arbeitsplatz schützen soll. Dieser Abstimmungsprozess muss aktiv unterstützt werden.

 

Je öffentlicher und selbstbewusster der Kampf gegen sexualisierte Gewalt und Sexismus geführt wird, desto größer ist die Aufklärung. Und umso mehr Betroffene fühlen sich ermutigt, Zeugnis abzulegen, ihre Scham zu überwinden, über persönliche Kränkungen und Verletzungen zu sprechen. Der öffentliche Diskurs stärkt die Opfer und stellt die Täter ins Abseits. Er entzieht der Kultur des Schweigens den Boden.

 


 

Lohngerechtigkeit ist keine Sachen der Frauen,

sondern der sozialen Gerechtigkeit.

 

Mit dem Equal Pay Day 2018 ruft der Business and Professional Women (BPW) Germany, Initiatorinnen des Aktionstags für Entgeltgleichheit in Deutschland, den Aktionstag zum elften Mal aus.

 

Der 18. März 2018 ist der Tag, an dem Frauen durchschnittlich genauso viel verdient haben wie Männer bereits zum Jahresende 2017. Das bedeutet, dass Frauen 77 Tage "umsonst" arbeiten, denn noch immer erhalten sie durchschnittlich einen 21 % niedrigeren Bruttostundenlohn als Männer. 

 

Im Juli 2017 ist das "Gesetz zur Förderung der Entgelttransparenz zwischen Männern und Frauen"  in Kraft getreten. Das Gesetz untermauert das Verbot der Entgeltdiskriminierung aufgrund des Geschlechts. Frauen haben nun in Betrieben ab einer Größe von 200 MitarbeiterInnen das Recht, zu erfahren, welche Kriterien ihrem Entgelt zugrundliegen und für andere Tätigkeiten gelten, die sie für gleich oder gleichwertig erachten (individueller Auskunftsanspruch).

 

Sie können zudem das Vergleichsentgelt erfragen - um die Anonymität zu wahren, muss die Vergleichsgruppe aus mindestens sechs Personen bestehen.

 

Unter bestimmten Voraussetzungen haben Unternehmen die Pflicht, regelmäßig einen Bericht zur Gleichstellung und Entgeltgleichheit von Frauen und Männern in ihrem Betrieb abzugeben.

 

Das Entgelttransparenzgesetz geht jedoch nicht weit genug: Ein Großteil aller angestellten Frauen arbeitet in Betrieben mit weniger als 200 Mitarbeitenden, für die das Gesetz nicht gilt. Außerdem: Allein das Wissen um eine schlechtere Bezahlung von Frauen in einem Betrieb ist noch keine Lösung.

 

Deshalb ist ein allgemeines Entgeltgleichheitsgesetz mit einem Verbandsklagerecht nötig, das alle Betriebe verpflichtet, fair zu bezahlen. So bleibt den Betroffenen erspart, selbst ihre ArbeitgeberInnen zu verklagen und die damit verbundenen Konsequenzen tragen zu müssen.